Italien hat mehr Meisterwerke, als es unterbringen kann. Römische Ruinen neben der Bushaltestelle, ein Caravaggio in der Kirche um die Ecke, ein Fischerdorf, das aussieht, als wäre es auf die Klippe gemalt. Dieser Italien Reiseführer hilft dir, die richtigen Regionen, die richtige Jahreszeit und die klügste Route zu wählen – damit du weniger planst und mehr Zeit am Tisch verbringst.
Warum Italien dein nächstes Reiseziel sein sollte
Italien bringt dreitausend Jahre Geschichte, die Alpen, zwei Meere und die beliebteste Küche der Welt auf einer einzigen Halbinsel unter. Jede Region war lange ein eigener Staat, und das merkt man: Dialekte, Gerichte und sogar die Form der Pasta ändern sich alle hundert Kilometer.
Das Reisen ist einfacher, als man denkt. Schnellzüge verbinden Rom, Florenz, Venedig, Mailand und Neapel, die Altstädte erkundet man zu Fuß, und der Rhythmus des Tages – Kaffee, Mittagessen, Aperitivo – übernimmt die halbe Planung.
Italien Sehenswürdigkeiten: die Regionen im Überblick
Rom und Latium: das Freilichtmuseum
Spaziere vom Kolosseum und dem Forum Romanum zum Pantheon und zum Trevi-Brunnen und dann über den Tiber zum Vatikan mit dem Petersdom und der Sixtinischen Kapelle. Zum Abendessen zieht es die Römer nach Trastevere.
Florenz und die Toskana: Renaissance und sanfte Hügel
Florenz ist die Wiege der Renaissance: Michelangelos David, die Uffizien und Brunelleschis Kuppel. Außerhalb warten Siena, San Gimignano, das Val d’Orcia mit seinen Zypressen und die Weinberge des Chianti.
Venedig und der Nordosten: Kanäle und Dolomiten
Venedig hat keine Autos, mehr als hundert Inseln und einen Zauber, den man am besten frühmorgens erlebt. Im Hinterland hat Verona seine römische Arena, und die Dolomiten bieten einige der spektakulärsten Berglandschaften Europas.
Mailand und die Seen: Stil und stilles Wasser
Mailand verbindet Leonardos Abendmahl und einen gotischen Dom mit Mode und Design. Eine Stunde entfernt liegen Comer See, Gardasee und Lago Maggiore mit prachtvollen Villen und pastellfarbenen Dörfern.
Neapel und die Amalfiküste: der Süden in Farbe
Neapel ist laut, herzlich und die Heimat der Pizza. Von hier erreichst du Pompeji und Herculaneum, die Insel Capri und die an die Felsen geklebten Orte der Amalfiküste: Positano, Amalfi und Ravello.
Sizilien, Apulien und Sardinien: Inseln und tiefer Süden
Für etwas weniger Offensichtliches: griechische Tempel, Barockstädte und der Ätna auf Sizilien, die Trulli und weißen Städte Apuliens und die türkisfarbenen Strände Sardiniens.
Beste Reisezeit für Italien
Frühling (April bis Juni) und Herbst (September und Oktober) sind ideal: angenehme Temperaturen, lange Tage und kürzere Warteschlangen. Juli und August sind heiß und voll, vor allem in den Städten, und rund um Ferragosto (15. August) fahren viele Italiener ans Meer, manche Geschäfte schließen. Der Winter ist in den Städten ruhig und stimmungsvoll und die Skisaison in den Alpen und Dolomiten.
Gut einzuplanen:
- Karneval in Venedig (Februar).
- Die Osterwoche, wenn Rom am vollsten ist.
- Die Weinlese in der Toskana und im Piemont (September und Oktober).
Unterwegs in Italien
Anreise mit dem Flugzeug
Rom-Fiumicino und Mailand-Malpensa sind die wichtigsten internationalen Flughäfen, gefolgt von Venedig, Neapel, Bologna und Catania. Fiumicino und Malpensa haben Expresszüge ins Zentrum.
Mit dem Zug: schnell zwischen den Städten, schön dazwischen
Der Frecciarossa von Trenitalia und Italo verbinden Mailand, Venedig, Florenz, Rom und Neapel im Hochgeschwindigkeitsverkehr: Von Rom nach Florenz dauert es etwa anderthalb Stunden. Langsamere Regionalzüge fahren in die kleineren Orte; ein Papierticket für den Regionalverkehr vor dem Einsteigen entwerten.
Auto, Fähren und ZTL-Zonen
Das Auto ist perfekt für die Toskana, Apulien, Sizilien und die Dolomiten, aber fahr nie in eine Altstadt: Die meisten haben eine verkehrsbeschränkte Zone (ZTL) mit Kameras, und der Bußgeldbescheid kommt per Post. Fähren verbinden das Festland mit Sizilien, Sardinien und Capri.
Italien-Rundreise: Ideen für die erste Reise
- Eine Woche, die Klassiker: Rom (drei Tage), Florenz (zwei) und Venedig (zwei) mit dem Schnellzug.
- Zehn Tage von Nord nach Süd: Venedig, Florenz, Rom und Neapel, mit einem Tag in Pompeji.
- Roadtrip durch die Toskana: Florenz, Siena, das Val d’Orcia und Lucca.
- Sommer am Meer: Neapel, die Amalfiküste und Capri oder eine Runde um Sizilien.
Was man in Italien essen sollte
Die goldene Regel: Iss regional, denn jede Region kocht anders. Probiere Cacio e Pepe und Carbonara in Rom, Bistecca alla fiorentina in Florenz, Risotto in Mailand, Pizza in Neapel und Arancini auf Sizilien. Mittagessen gibt es etwa von 12:30 bis 14:30 Uhr, Abendessen ab etwa 20 Uhr, im Süden später. Den Espresso trinkt man im Stehen an der Bar, und der Aperitivo am frühen Abend ist ein Ritual, das du nicht verpassen solltest. Viele Restaurants berechnen ein Coperto (Gedeck): Das ist normal.
Italien Reisetipps: das solltest du vorher wissen
- Sprache: Italienisch; in den Großstädten und Urlaubsorten wird viel Englisch gesprochen.
- Geld: Die Währung ist der Euro; Karten werden fast überall akzeptiert, für kleine Cafés und Märkte etwas Bargeld dabeihaben.
- Trinkgeld: wird nicht erwartet; Aufrunden genügt, besonders wenn ein Coperto berechnet wird.
- Kirchen: Schultern und Knie bedecken, vor allem im Petersdom und in den großen Kathedralen.
- Vorab buchen: Abendmahl, Uffizien, Vatikanische Museen und Galleria Borghese sind oft ausverkauft – Zeitfenster-Tickets früh reservieren.
- Venedig: An Spitzentagen müssen Tagesbesucher eine Zugangsgebühr zahlen; vorher die Termine prüfen.
- Steckdosen: Typ C, F und L, 230 V.
- Notruf: 112.
Häufige Fragen zur Italienreise
Wie viele Tage braucht man für Italien?
Eine Woche reicht für Rom, Florenz und Venedig. Mit zwei Wochen kannst du den Süden – Neapel und die Amalfiküste – oder die Seen dazunehmen.
Lohnt sich ein Mietwagen in Italien?
Nicht für die Großstädte, wo der Zug schneller und Parken ein Albtraum ist. Für die toskanische Landschaft, Apulien, Sizilien und die Dolomiten lohnt sich ein Auto – nur die ZTL-Zonen meiden.
Welcher Monat ist der beste für eine Italienreise?
Mai und September sind kaum zu schlagen: warmes Wetter, lange Tage und weniger Andrang als im Sommer.
Besser in Rom, Florenz oder Venedig anfangen?
Die meisten Flüge landen in Rom – der bequemste Start, bevor es mit dem Zug nach Norden geht. Wer in Mailand oder Venedig landet, fährt dieselbe Route einfach umgekehrt.
